u25 - ein Rückblick
Wohnungs- und Arbeitslosigkeit, Geldsorgen, oftmals psychische Probleme und Drogenabhängigkeit, insgesamt fehlende Perspektiven - all das nimmt in den letzten Jahren auch bei jungen Menschen zu.
Um dem zu begegnen wurde 2020 ein gemeinsames Projekt von Jobcenter Mönchengladbach, Stadt Mönchengladbach und dem Reha-Verein aus der Taufe gehoben und bis 2026 in einer Projektförderung mit Standort an der Lüpertzender Straße 125 durchgeführt. Dort hatten die Jugendlichen und jungen Erwachsenen einen feste Anlaufstelle, um zunächst grundlegende Bedürfnisse stillen zu können: eine warme Mahlzeit, sich ausruhen, duschen, Wäsche waschen, neue Kleidung bekommen und immer auch verständnisvolle Ansprechpartner*innen, um über ihre aktuellen und häufig drängenden Themen zu reden. Neben diesem ersten „Ankommen“ war es immer auch Ziel, einen geregelten und verbindlichen Kontakt zum Jobcenter herzustellen, um die Grundlagen für regelmäßiges Einkommen, eine eigene Wohnung und für berufliche Perspektiven zu entwickeln.
Wo kamen die Teilnehmenden her und was wurde aus ihnen?
Der Kontakt zu u25 wurde häufig durch Kooperationspartner*innen hergestellt, aber auch durch Mund-zu-Mund Propaganda, was für eine hohe Akzeptanz von u25 innerhalb der Zielgruppe spricht. In vielen Fällen war zunächst die Einbindung von Beratungsstellen wie z.B. Drogen- oder Schuldnerberatung angezeigt, ehe weiterführende Schritte erfolgen konnten. Bei der überwiegenden Zahl der Ratsuchenden gelang es, eine Anbindung an das Fallmanagement des Jobcenters herbeizuführen, bei einigen mündete das mittelfristig in die Aufnahme einer Arbeit oder sogar einer Ausbildung, andere wurden zu erneutem Schulbesuch motiviert mit dem Ziel, einen allgemeinbildenden Abschluss zu erreichen. Trotz angespanntem Wohnungsmarkt gelang es auch, für einige Teilnehmende Wohnungen zu akquirieren.
Das Projekt fand von Anfang an großen Zuspruch und wurde von vielen Seiten gelobt und auch tatkräftig unterstützt wie z.B. von der Nordkurve Borussia mit einer Spende von Thermoschlafsäcken und warmen Winterjacken für das Leben draußen. Im Jahr 2022 wurde u25 mit dem Förderpreis der Stiftung für Soziale Psychiatrie ausgezeichnet.
Aktueller Stand – wie geht es weiter?
Die Förderung des Jobcenters für u25 war in der derzeitigen Form bis 2026 begrenzt, die Maßnahme wurde im Frühjahr 2026 zentral ausgeschrieben. Der Zuschlag ging, trotz erfolgreicher Arbeit des u25 Teams, an einen anderen Bieter. „Auch wenn das Projekt beim Reha-Verein jetzt endet, gibt es auf jeden Fall eine Anschlussperspektive,“ erklärt Sascha Schallenburger, Vorstandsvorsitzender des Reha-Vereins. „Wir wünschen allen aktuellen und auch den zukünftigen Teilnehmenden viel Erfolg beim Besuch der neuen u25-Maßnahme.
Am 29. Juni wurde auf der Lüpertzender Straße mit einem Grillfest Abschied gefeiert. Die Teilnehmenden – aktuelle und ehemalige – bedankten sich beim Team mit bewegenden Worten: für Orientierung und Unterstützung, für gemeinsame Unternehmungen, aber auch einfach fürs Da-Sein und Zuhören. Eine Teilnehmerin beschrieb das so: „Das u25 bedeutete für mich einen Ort zum Runterfahren, Chillen und Öffnen. Das u25 war da, wenn es mir nicht gut ging und hat geholfen, meine Hürden zu bewältigen. An meinen schlimmsten Tagen waren die Pädagogen für mich da.“ Eine andere war entsetzt, dass es bei u25 in der bisherigen Form im Reha-Verein nicht weitergeht: „Was, das schließt? Nicht dein Ernst. Ich wüsste nicht, was aus meinem Leben geworden wäre, wenn es das u nicht gäbe. Und irgendwann werde ich sowas wie du!“ Ein schöneres Kompliment kann man wohl kaum bekommen…