Kinder, Corona und die Folgen - Studie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf

14.07.2020

Schulischer Druck, fehlende Sozialkontakte, gestresste Eltern auf engem Raum: Die Corona-Krise hat auch bei vielen Kindern psychische Spuren hinterlassen.

Wie sich die Corona-Pandemie auf die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen bundesweit ausgewirkt hat, zeigt erstmals eine Umfrage des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf. Mehr als 70 Prozent der befragten Kinder und Jugendlichen fühlen sich durch die Corona-Krise seelisch belastet. Im Vergleich zu einer früheren Langzeiterhebung haben sich diese Zahlen fast verdoppelt.

  • 65% empfinden die Schule als schwerer. Nicht jedes Kind hat Platz und Ruhe zum Lernen, teilweise sind Eltern mit Homeschooling überfordert.
  • 27% der Kinder und noch mehr Eltern berichten, dass es in der Familie häufiger zu Streit komme als vor der Corona-Krise.
  • Und viele fühlen sich einsam: 41% geben ein schlechteres Verhältnis zu Freunden an.
  • Gleichzeitig leidet die Gesundheit. Kinder und Jugendliche essen mehr Süßigkeiten, machen weniger Sport und verbringen mehr Zeit am Handy oder vor dem Fernseher.

Betroffen sind vor allem Kinder aus sozial schwächeren Familien. So zeigt die Studie, dass ein geringes Einkommen der Eltern und beengter Wohnraum das Auftreten psychischer Auffälligkeiten bei Kindern fördern. Belastung und Stress bei den Eltern wirken sich automatisch auch auf sie aus. 

Studienleiterin Ravens-Sieberer fordert schnelle Konzepte, wie man diesen Familien helfen kann, gerade für den Fall einer zweiten Infektionswelle: etwa über Online-Beratungsangebote, aber auch über persönliche Betreuung.

Einen ausführlichen Bericht finden Sie hier.

Ihr Ansprechpartner

Herr Henke
Ansprechpartner KipE, Projektkoordinator u25
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